Mittwoch, 9. November 2016

November..

*


Allerheiligen.. Alleseelen.. Totensonntag..Volkstrauertag..
so viel Trauer in einen Monat gepackt..
wenn wir an trist und grau denken.. fällt uns dazu gleich der November ein..
dabei tun wir ihm eigentlich Unrecht..
ja.. es ist ein stiller Monat..der stillste im Jahresablauf ..nach dem Farbspecktakel des Oktobers
und vor den Weihnachts-märkten -feiern-einkäufen-schmückorgien-bastelaktionen
Es ist das Innehalten.. Besinnen.. zur Ruhe kommen..im Gedanken an unsere Verstorbenen auch das Nachdenken über unsere eigene Endlichkeit..
Und doch hat auch der November noch schöne Tage zu bieten..klarere Tage als im Sommer mit flirrender Luft..die Natur zeigt bald nur noch ihre Silhouetten..beschränkt auf das Wesentliche ..
Auch Nebel ist schön.. er hat etwas mystisches..macht alles weich.. lässt harte Konturen verschwimmen..hebt Gegensätze auf..

Und wenn man dann unterwegs ist.. etwa auf die Höhen..weil der Nebel im Tal liegt..
dann ist es traumhaft zu erleben wie die Wattedecke Löcher bekommt..wie sich blaue Fetzen hineinmogeln..und plötzlich erstahlt die Landschaft in hellstem Sonnenschein..
azzurblauer Himmel und herbstbunte Bäume..
ein Anblick der sich tief ins Herz eingräbt ..


Seltsam im Nebel zu wandern..
dieses Gedicht von Hermann Hesse ist allerdings etwas pessimistisch ausgelegt..
doch fällt mir immer die erste Zeile ein wenn ich Nebel sehe
*
Totengedenken.. auch das gehört dazu..
ich gehe gerne auf Friedhöfe  ..und schau mir auch schon mal wenn es sich ergibt "fremde" an  (ebenso wie Kirchen)
da war z.B. dieser in Norddeutschland wo die Frauen auf der einen und die Männer auf der anderen beerdigt wurden.. ;)
auch schöne Grabmäler beeindrucken mich .. die schau ich eher wie ein "Tourist" an..

anders ist es auf unserem Friedhof..

ich mag es wenn die Gräber wenigstens zu Allerheiligen schön geschmückt sind..und seh das nicht als Wettbewerb an.. das Jahr über.. besonders wenn es sehr warm ist habe ich auch nicht immer die Kraft alles sauber zu halten..aber zu den Gedenktagen geb ich dann doch mein Bestes..
und ich besuche die Bekannten und Unbekannten..
dort liegt die Schulfreundin meiner jüngsten Tochter..sie wurde keine 30 Jahre alt..
in gleicher Reihe das Grab eines Nachbarn und seines Sohnes.... mit dem Gedenkstein für die Tochter die mit etwas über 20 absichtlich gegen einen Baum fuhr..
mein früherer Versicherungsvertreter.. Jahrgang meiner verstorbenen Tochter.. der sich das Leben nahm weil er unsägliche Schmerzen hatte und niemand ihm helfen konnte..
jetzt gibt es bei uns auch die Möglichkeit sich an einem Baum bestatten zu lassen direkt auf dem Friedhof.. da seh ich die Namensplaktte eines früheren Freundes einer Tochter ..
vom eigenen Traktor erschlagen weil ihm einer in die Seite fuhr 
so viele Geschichten und Schicksale..
so sage ich vielen alten Bekannten und Nachbarn leise hallo
und je älter man wird um so mehr werden es :(


mich bedrücken aber auch die vielen ungepflegten Gräber..manchmal sind  Kindergräber dabei..
und ich lese Inschriften..Mann und Frau.. knapp hintereinander gestorben..es kommt oft vor ..
das beschäftigt mich ..
und ich bin froh dass mein Vater noch so fit ist obwohl meine Mutter nun auch schon vor 7 Jahren von uns gegangen ist..
es gibt auch Begegnungen und Erlebnisse die ich nicht so ganz einordnen kann
eine Feder die mir am Grab meiner Tochter vor die Füße fällt..obwohl weit und breit kein Vogel in der Luft ist ..
ein Sonnenstrahl der mir trotz dunkelstem Himmel dort genau ins Gesicht scheint weil sich ein Strahl durch die Wolkendecke zwängt und in einem Gebäude etwas weiter weg ein Fenster trifft..
und dann steht plötzlich ein Mann hinter mir ..er spricht mich an..gehen sie heim und weinen sie nicht hier um ihre Tochter.. sie ist nicht hier.. denken sie zu hause an sie..
ich habe ihn nicht gekannt und auch nie wieder gesehen ..
Er erzählte mir noch dass er auch 2 Töchter verloren hat..dann ging er..
aber auch Lustiges gibt es.. z.B. den Mann mit dem Papagei..der saß ganz frei auf seiner Schulter und schmetterte Arien ;)



**
*
ältere Beiträge von mir

verlinkt zu





Kommentare:

  1. Schön ( und tröstlich ) deine Worte an einem Morgen wie heute zu lesen! Danke dir für dieses Gefühl von Gemeinschaft!
    Herzlichst
    Astrid

    AntwortenLöschen
  2. Es ist schwer, ein Kundergrsb zu pflegen, wenn das verstorbene Geschwister hat. Das Grab vom Spatzenkind macht mir der Friedhofgärtner. Und ich bin froh drum. Ein Grab zu pflegen braucht viel Zeit, Zeit, die Kinder die ein Geschwister hergeben mussten, auch brauchen...... Das ist schwer unter einen Hut zu bringen. Und es ist schwer, das Grab seines kleinen Kindes zu pflegen....
    Damals, als ich laut schluchzend am Grab weinte, waren da zwei Frauen, die mich getröstet haben. Ich habe sie nicht gekannt, obwohl das Dorf nicht groß ist, und ich hier aufgewachsen bin....
    Herzlichst
    yase

    AntwortenLöschen
  3. hallo Yase..
    ja.. ich versteh das schon.. und manchmal denke ich auch dsas es die Eltern vielleicht überfordert..und ich frage mich ob keine Größeltern oder andere Verwandten da sind die etwas helfen könnten..
    aber es ist trotzdem irgendwie traurig..
    sei gedrückt..
    liebe Grüße
    Rosi

    AntwortenLöschen
  4. Ein Sonnenstrahl der plötzlich ins Gesicht fällt- das ist wunderschön gesagt und gibt Hoffnung, dass in allen Lebenslagen eine kleine Sonne scheinen kann- besonders nach dem Ergebnis der letzten Nacht.
    Gruß zu dir
    heiDE

    AntwortenLöschen
  5. Ich glaube, da gibt es eine Menge Schicksale, wenn man genauer hinguckt.
    LG, Ingrid
    http://kunterbunt11.wordpress.com

    AntwortenLöschen
  6. Innehalten, Besinnen, zur Ruhe kommen :-), das hast Du schön gesagt.
    Viele Grüße, Jaelle Katz

    AntwortenLöschen
  7. Liebe Rosi,
    der November hat viele Stimmungen, vor allem sollten wir mal ein wenig innehalten und Ruhe und Kraft schöpfen.
    Liebe Grüße
    moni
    http://www.reflexionblog.de

    AntwortenLöschen
  8. Liebe Rosi,
    ein wunderbarer und nachdenklich machender Post ...danke dafür!
    Du hast den November sehr gut beschrieben :O)
    Hab noch einen wunderbaren Abend,
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Rose,
    ich mag jeden Monat auch den November, ich mage es, wenn ich morgens gleich laufen gehen kann, manchmal ist es noch nebelig aber wunderschön. Ich mag es auch bei minus 3 Grad laufen zu gehen, warm eingepackt natürlich. Man ist alleine mit sich und der Welt und kann sich Gedanken machen.

    Ich war heute auch auf dem Friedhof um etwas über den Friedhof für Astrid zu schreiben. Es begegnet einem vielen und zum Tod werde ich auch schreiben.

    Es macht einen schon nachdenklich, wohin die Reise geht, aber wenn man einen Glauben hat und sich daran festhalten kann, dann fällt es einem leichter zu gehen.

    Meine Eltern haben ein Kind im Alter von zwei Jahren verloren und es hat sie immer beschäftigt, ich kannte meinen Bruder nicht.
    Meiner ältesten Schwester sind zwei Kinder, ein Bub und ein Mädel jeweils im Alter von neun Monaten und einem Jahr verstorben.
    Meine Schwester hat nie geklagt, sondern hat das mit sicht und ihrem Mann ausgemacht, sie ist schon eine sehr starke Frau.

    Danke für deinen Beitrag.

    Lieben Gruß Eva

    AntwortenLöschen
  10. Liebe Rosi,
    das hast Du so schön geschrieben.
    Der Tod gehört zum Leben dazu und für mich macht es keinen Sinn, den Tod zu ignorieren.
    Ich sehe, Du hast die selbe Einstellung.
    Und welche Begegnungen ... Du kanntest den Mann nicht und er spricht so zu Dir.
    Lustig ist aber der Mann mit dem Papagei. Ein schöner Abschluss, denn trotz Tod gibt es das Leben. Ohne Leben würde es auch keinen Tod geben.
    Liebe Grüße, Rena
    www.dressedwithsoul.com

    AntwortenLöschen
  11. Liebe Rosi
    so berührend dein Posting für mich wirkt es ist diese Zeit die einen vieles wieder mehr zu tiefsinniges bringt. Ich denke das soll so sein von der Natur von der Schöpfung Gottes. Es mischt sich mit grauen und Sonnenstrahlen, die dunkle Jahreszeit das eigene Gemüt und die Erlebnisse ja das lässt einen inne halten und Gefühle die auch traurig sien dürfen in dieser Zeit, so lange man wieder zurück kehrt und das schöne sieht auch in dieser Zeit!
    Danke für dieses wunderbare Posting, es geht mir auch so wie dir!
    Lieben Gruss Elke

    AntwortenLöschen
  12. HAAALÖLLEEEE
    DANKE für de liaben WORTE bei mir

    HOB no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

    AntwortenLöschen
  13. Liebe Rosi
    Dein Post berührt sehr.... Ja, so ist der November.
    Alles Liebe wünscht Dir Yvonne

    AntwortenLöschen
  14. Ich mag Friedhöfe auch sehr, allerdings brauche ich persönlich keinen Monat, um speziell an die Toten zu denken. Ich weiß aber auch, dass manche Menschen so eine festen Termin brauchen, um endlich mal inne zu halten...und sich auch mit dem Tod zu beschäftigen...und dann ist so ein Totensonntag eine gute Sache. LG Lotta.

    AntwortenLöschen
  15. Friedhöfe sind eine Welt für sich.
    Meistens sind es wunderschöne Anlagen, die zum Spazierengehen einladen.
    Wenn nur der Hintergrund nicht so traurig wäre.
    Am liebsten mag ich die Eichhörnchen, die dort rumflitzen.
    Schöne Bilder zeigst Du, der Mann mit Papagei erfreut mich am meisten.
    Dir einen schönen, wenn auch grauen Novembertag, liebe Grüße
    Nicole

    AntwortenLöschen
  16. Liebe Rosi, vielen Dank für diesen schönen Beitrag, der zugleich traurig und nachdenklich stimmmt. aber auch Freude und Zuversicht verbreitet.
    Liebe Grüße, Monika

    AntwortenLöschen
  17. einen schönen post hast du da geschrieben. vor allem deine novemberlichen naturbeobachtungen finde ich schön!
    friedhöfe mag ich nur in ganz alt und am besten nichtmehr in betrieb. und die gräber geliebter menschen sind sowieso viel zu weit weg um sie zu besuchen. aber ich brauch das auch nicht - ich kann immer und überall an sie denken und ihre liebe und weisheit ist immer noch präsent und hilft mir zurechtzukommen......
    ich bin ja im november geboren - und manchmal fällt mein geburtstag auf den totensonntag....aber ich bin heide und versuche das zu ignorieren - was nicht leicht ist wenn alle um einen rum es a) einem unter die nase reiben und b) im november prinzipiell kein fröhliches fest feiern....
    diesjahr ist´s der erste advent (muss am wochenende feiern). auch nicht besser.
    xxxxx

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. lieben Dank..
      da hast du es ja gar nicht leicht mit deinem Geburtstag
      hier wird das eigentlich gar nicht so eng gesehen ..
      meine Enkelin hat auch nächste Woche und natürlich wird das gebührend gefeiert ;)
      ein no go für Tanzvergnügen ect. ist bei mir nur die Kar - Woche..
      allerdings ist meine Mutter am 1. Avent gestorben auch noch im November..das ist dann immer 2x Gedenken.. zum Einen an dem Datum .. zum Anderen am Adventssonntag..
      alles Liebe
      Rosi

      Löschen
  18. Liebe Rosi, der Gedankengang zu den verschiedenen Feiertagen im November, dem Sinn dazu... ich bin Dir gerade sehr gerne gefolgt. Du hast tiefgreifende Worte gefunden, die mich berühren.

    ...die Konfrontation zwischen der nach außen funktionierenden Welt, dagegen die intimen Gefühle, die jeder von uns inne hat - in Bezug auf die eigene Endlichkeit und/ oder lieben Angehören.

    So lese, ahne ich das Schicksal aus den Zeilen, das Dich auf den Friedhof führt. Die Grabstätte Deiner Tochter. Mir fehlen Worte, da so unvorstellbar. Ich denke, dem Mann, der Dich in Tränen sah, ihm zu begegnen war eine Fügung. Eine Zwiesprache zwischen den Seelen, die die Welt verlassen in einer anderen Dimension sind?! Ich persönlich glaube daran. Und die Energie die jeden von uns umgibt, die vermutlich zurückbleibt in einer Brise Wind, die Dir über die Wange streichelt noch vorhanden ist.

    Von einem sizilianischen Freund begriff ich seinerzeit bereits in jungen Jahren den mentalen-seelischen Umgang von Leben und Tod der Sizilianer. Er schrieb Gedichte, italienische Worte, die mir mein Schwager übersetzte. Sie waren durchgängig himmelhoch jauchzend, den Tod im nächsten Satz. Eine Mischung, die mich bis heute beeindruckt. Es ist ein Verstehen darin, Würde und zugleich Lebenslust.

    Ich sende herbstbunte Vielfalt in Grüßen zu Dir, Heidrun

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. ja liebe Heidrun..
      ich hatte wirklich etwas Gänsehaut als der Mann mich ansprach..
      und es bewegt mich noch bis heute obwohl es jetzt auch schon wieder einige Jahre her ist..
      wo die Zeit nur bleibt..
      liebe Grüße
      Rosi

      Löschen
    2. Liebe Rosi,
      ich schreibe mal hier unter Heidruns Kommentar.
      Mich hat dieser Post auch sehr berührt. In unserer Familie kam vor ein paar Jahren auch ein plötzlicher Kindstod vor, ein ganz schreckliches Geschehen! Wir alle waren erschüttert, auch wenn die Verwandten weit weg wohnen (ich berichtete im Blog) - inzwischen ist ihnen ein zweites Kind geboren, anderen Geschlechts und es lenkt die jungen Eltern von ihrem Kummer ab. - Ja - so viele Geschichten - und die Verstorbenen, die man kannte, werden immer mehr. Auch wir haben einige Bekannte und Freunde früh verloren. Es ist so traurig, wenn jemand keinen Ausweg mehr sieht, als nur noch an einen Baum zu fahren. Mit einer Freundin habe ich einst Ähnliches erlebt. Und Heidrun findet außerdem so treffende Worte - auch ich glaube, daß es eine Art Engelsbegegnung war, liebe Rosi, das gibt es. Solche "Menschen" hat man davor nie gesehen und sieht sie danach auch nicht mehr, dennoch existieren sie in dem Augenblick wirklich. Es ist sehr sehr seltsam! Da könnte ich Geschichten erzählen, wahre, versteht sich!

      Es tut mir so leid, mit Deiner Tochter, das wußte ich nicht und es betrübt mich sehr! Was Du durchmachen mußt .... wage ich mir gar nicht auszumalen ...

      Von Herzen
      Sara

      Löschen
  19. ich möchte mich ganz herzlich für eure vielfältigen und vielschichtigen Kommentare bedanken
    sie sind mir sehr wertvoll
    zumal es ja auch kein leichtes Thema ist
    ich wünscha allen ein schönes Wochenende
    Rosi

    AntwortenLöschen
  20. Liebe Rosi,
    ein Lichtstrahl der durch die Wolkendecke bricht, ein Zeichen des Verstehens, gegeben von Unbekannten...du hast mit deinem tiefsinnigen und berührenden Post mich sehr bewegt.
    Ich wünsche dir ein ganz schönes Wochenende.
    Alles Liebe,
    Manuela

    AntwortenLöschen
  21. Ein leiser Post, liebe Rosi, der berührt und nachdenklich macht und noch nachklingen wird. Danke auch für die schönen Bilder, besonders auch für das Nebelbild.
    Ein Kind zu verlieren, ist das Schlimmste, was einem passieren kann. Der Schmerz hört nie auf. Ja, und diese 'Zeichen', sie sollten uns eigentlich hoffen lassen, uns die Gewißheit geben, dass wir bis in alle Ewigkeit verbunden bleiben.
    Einen schönen Abend und liebe Grüße
    Edith

    AntwortenLöschen