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Freitag, 16. Januar 2026

Wann wird´s mal wieder richtig Winter..

.. ein Winter wie er früher einmal war..

in Anlehnung an einen bekannten Schlager ..
 
(ein Bild aus einem Album von meinem Vater .. dürfte so ca 1940 gewesen sein .. 
man beachte kurze Hosen und Kniestrümpfe )
*** 
die Tage habe ich bei " all mien " den Satz gelesen
" und manchmal frage ich mich wirklich ,ob ich mir das nur einrede oder ob wir als Gesellschaft tatsächlich verlernt haben,mit irgendwas klarzukommen,das nicht Zimmertemperatur und WLANN hat."
😁
aber wie war es denn jetzt früher..
unbestritten.. es gab mehr Schnee .. viel mehr Schnee 
und nicht nur 2 Tage sondern oft 2 Wochen oder länger  
bei Schnee (aber auch sonst) waren wir bis zum Dunkelwerden draußen und fuhren Schlitten 
da wurde auch nicht gleich jede Straße gestreut 
wir hatten eine schöne Rodelstrecke .. den Weg in den Wald .. damals noch nicht asphaltiert
da blieb der Schnee gut liegen
die Großen fuhren von ganz oben (Todesbahn genannt)
meist mit einem selbstgebauten Bob .. da mussten alle aus der Bahn wenn sie angebraust kamen 
oder mit Rodelketten.. bäuchlings .. mit den Füßen ineinander gehakt und auf dem Rücken noch einen jüngeren Beifahrer 😏
es war nicht ganz ungefährlich 
und es gab auch einmal einen schwereren Unfall als einer an der Seite den Abhang hinunter stürzte 
wir besaßen auch keine schicken Winterklamotten ..
sondern die Wollstrümpfe (zum anknöpfen ) .. darüber .. wenn man hatte eine Trainingshose
in den Lederstiefeln (die man gut eingefettete) noch ein Paar Wollsocken in die die Hosen gesteckt wurden damit der Schnee nicht den Weg darunter fand 
Pullover und Anorak .. Wollhandschuhe die aber schnell mit Schnee verkrustet und nass waren
eine warme Mütze noch dazu..
fertig 😏
rauf und runter.. was für ein Heidenspaß
ich hatte einen größeren Schlitten weil meine Eltern auch gerne fuhren
(abends im Mondschein oder mit Taschenlampen zusammen mit den Nachbarn )
da fragten die Kleinen schon mal ob sie mitfahren durften..
natürlich durften sie .. 3 gingen mindestens drauf
abends ging es müde .. durchgefroren und hungrig nach Hause
dort wurden die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft neben den Herd gestellt
(man brauchte sie ja morgens für die Schule)
die kalten Füße streckte man in die Backröhre ..es gab Bratäpfel und Kakao oder auf dem Ofen geröstetes Brot 
und es fielen einem die Augen schon zu 😌  
zum Thema Eltern die Schlitten fahren gab es eine Episode :
Silvester feierten die befreundeten Eltern gerne zusammen und wir Kinder schliefen dann alle zusammen bei einem Elternpaar .. eine Fam. hatte z.B. ein großes Kinderzimmer ..sie hatten selber 3 Töchter und wir schliefen dann alle dort zu zweit oder dritt in einem Bett😉
das war schon irgendwie ein Abenteuer 
jedenfalls kamen die Erwachsenen auf die glorreiche Idee in der Nacht Schlitten fahren zu gehen.. 
vielleich war sie bis zum Hl.Kreuz (Waldgasstätte) oder hatten sich was zu trinken mit genommen
es muss jedenfalls feucht fröhlich zugegangen sein 
am nächsten Tag wunderte ich mich warum bei meinem Schlitten vorne der metallene Steg fehlte an dem das Seil befestigt war 
Fragen wurden ausweichend beantwortet und ein neues Seil an den Holmen befestigt 
Tage später fand ich das Teil am Rand der Straße ..
sie waren wohl etwas abgekommen und gegen einen Pfosten der Begrenzung gefahren  
nur gut dass sie das wohl aufgehalten hat denn da ging es eine Kiesrutsche für das Steinewerk hinunter 🙈 
Schulfrei gab es nicht.. man konnte ja alle Schulen zu Fuß besuchen..
als ich dann in Bingen auf dem Lyzeum war fuhr ich manchmal mit der Bahn.. eine Station
als "Auswärtige" durften wir eine Hose anziehen .. unter der Bank wartete aber der Rock und die Hose mußte seinen Platz einnehmen 😊 
auch einkaufen war unproblematisch ..alle Geschäfte waren im Ort und gut zu erreichen
selbst wenn der Schnee hoch lag ..
zur Arbeit ging man zu Fuß oder fuhr mit der Bahn 
denn die wenigsten hatten ein Auto
und die Dampfloks hatten keine Probleme .. wenn es sein musste kam ein Schneepflug vorne dran
an den Weichen brannten Feuer damit sie nicht einfroren
ja.. es war so kalt dass der Rhein zufror und man zu Fuß nach Rüdesheim laufen konnte 
oben bei meinem älteren Beitrag (Link anklicken) könnt ihr ein Bild davon sehen   
an den Fenster blühten dicke Eisblumen und man hängte Decken halb hoch davor
denn Isolierglas gab es noch nicht 
aus den Schonsteinen stieg der Rauch und nach wenigen Tagen wurde der Schnee vor dem Haus schwarz vom Ruß der Kohlefeuerung und auch von den Dampfloks 
 
mit den Kindern unterwegs 
 
das untere Bild ist von 1981  an der Lauschhütte im Binger Wald 
 
LKWs und Autos die damals unbedingt fahren mussten hatten Schneeketten montiert 
als ich dann meinen Mann kennenernte fuhr er schon ein Auto (1962)
im Winter montierte er Reifen mit Spikes  .. das machte allerdings die Straßen kaputt
so waren unsere Winter früher
 

 
 
* * *
 
 und dann ist wieder Blümchentag 😀
der Ritterstern ist jetzt endgültig Geschichte 
ein abgebrochenes Zweiglein der Forsythie blüht
die Mandelblüten machen langsam
dafür sind weiße Nelken mit Schleierkraut eingezogen 

 
 kleine Stängel waren abgebrochen 
die Vase war ein Straßenfund 
verlinkt zu 
 
 
 
*  * 
 

Mittwoch, 4. Januar 2017

Rauhreif

*
eigentlich wollte ich euch ja mit auf die Weihnachtsmärkte nehmen.. denn im Frühling habt ihr da sicher keine Lust mehr zu 😸
aber dann sah ich bei Astrid dass sie gerne auch unsere positiven Winterbeiträge sehen möchte..

da trifft es sich gut dass ich vorige Woche die Gelegenheit zu einen Spaziergang im Rauhreif wahrgenommen habe  und Bilder mitbrachte

*
ich mag Winter Herbst und Frühling eigentlich gleich..
der Sommer mit seinen schweißtreibenden Graden ist nicht so mein Ding..
obwohl ich auch etwas verfroren bin und im Winter die warme Stube vorziehe mag ich doch die winterliche Stimmung.. wenn das Licht gedämpft ist.. die Welt stille wird..

ich erinnere mich an Kindertage.. Schlittenfahrten..die nicht immer ganz ungefährlich waren..
man konnte schon mal im Graben landen..
schlimm erging es auch einmal meiner Mutter und mir als wir zusammen eine steile Straße hinunter rodelten.. denn die war bis zu Hälfte gestreut und der Schlitten bremste abrupt 
wir rutschen nach vorne und fielen vom Schlitten 
und hatten beide die Knie auf dem Asphalt aufgeschlagen..

schön war dann auch das heimkommen.. die nassen Schuhe aus.. sie wurden mit Zeitungspapier ausgestopft und kamen in die Bratröhre.. die Füße dazu.. 😸 
einen heißen Kakao und manchmal Bratäpfel oder restliche Weihnachtsplätzchen
bis wir wieder aufgetaut waren.. lecker waren auch Brotscheiben ..auf der Herdplatte geröstet..
Schlittenfahren oder Schneewandern machte mächtigen Hunger..
Schnee gab es oft bis in den März hinein..
überhaupt.. die langen Abenden die mit musizieren.. Handarbeiten und lesen in der warmen Küche am Kohlenherd verbracht wurden  waren sehr beschaulich und schön..
Im Schlafzimmer gab es dicke Eisblumen an den Fenstern.. die hatten die schönsten filigranen Muster .. kennen unsere Kinder und Enkel gar nicht mehr.. mangels Frost und Dank Doppelverglasung 😸
 .. und es war so kalt dass der Rhein zugefroren war.. man konnte zu Fuß nach Rüdesheim laufen  ..

leider gibt es in den letzten Jahren kaum noch Schnee.. da macht sich die Erderwärmung wohl doch bemerkbar ..

jetzt aber Fotos .. genug geplaudert..


rechts oben.. es ging nicht immer nach meinem Kopf 😸 und rechts unten Beweisfoto auf dem Rhein 

 aber jetzt zum Rauhreif

an Silvester wollte ich noch einmal auf den Friedhof und da noch immer autolos stand ein Spaziergang an .. der Blick aus dem Fenster versprach Rauhreif



überall funkelnde Kristalle 
 

sogar das Unkraut am Zaun ist festlich gewandet ..die Waldrebe hat Eislocken..
und den Handschuh hat wohl jemand nicht gerne verloren..
 
die Hagebutten (oben ) haben noch eine erstaunliche tiefrote Farbe .. und den Ilex erkennt man unter seiner Zuckerkruste kaum..


die Blumentöpfe warten auf bessere Zeiten .. und der Winterjasmin trotzt dem Eis 
 
 der Zweig sieht fast aus als hätte er Blüten .. im Baum saß friedlich eine Elster aber just in dem Moment als ich auslöste flog sie auf  und der Zaun findet in weiß viel mehr Beachtung 😸

Schneeheide blüht unverdrossen
 

die Winterlandschaft zeigt sich verzaubert.. auf einen Feld waren 2 Reihen von diesem Hasendraht .. was da geschützt werden soll ?? Keine Ahnung.. es war alles mit Hasenschwanzgras 
(ich nehme wenigstens an das es das ist )  zugewuchert 
das alte Feldkreuz ist ein schöner Blickfang..



ich habe wirklich mal einen Vogel "erwischt" .. die Amsel ließ sich nicht stören ..
sie pickte genüsslich  an den Eiskristallen .. aber der Winter hat auch noch Farben.. die Brombeerbätter zeigen sich noch erstaunlich bunt 

der "lange Stein" und eine warhaftige Schneebeere  😸


eine Säule mit dem hl. Joseph .. die Spinnennetze sind jetzt überall sichtbar ..
pinke Beeren und rote Früchte.. sie sehen aus wie Hagebutten..aber es ist keine Rose 
vielleicht kleine aber etwas längliche Äpfel ..ich habe keine Ahnung ..

damit war ich fast wieder vor der Haustür.. bald 2 Stunden war ich unterwegs..war gerade so das Limit.. aber es hat gut getan

Bilder werden durch anklicken größer..

ich verlinke zu Astrid