Donnerstag, 4. Februar 2016

Gedanken zur Nachhaltigkeit 

Nachhaltigkeit..


ein altes Wort mit neuer Bedeutung.. es ist in aller Munde und begegnet uns auf Schritt und Tritt..

Ich kannte es eigenlich nur in der Art..es hat etwas oder jemand nachhaltigen Eindruck auf mich gemacht ;).. also im Sinne von lange anhalten.. andauern..

Nun ,heute hat sich der Begriff ausgeweitet.. auf unser Leben.. auf Dinge die uns täglich  begleiten..in dem wir sie lange nutzen leben wir nachhaltig..
ist jetzt nur eine oberflächliche Erklärung eines Aspektes meiner seits denn es beinhaltet ja noch viel mehr...

Die letzten Wochen hab ich mich etwas damit beschäftigt und ich muss  sagen dass mich diese Art der Nachhaltigkeit eigentlich  schon mein ganzes Leben begleitet ;)

Ich wurde schon in die Nachhaltigkeit hineingeboren.Meine Eltern kamen aus Oberschlesien nach Flensburg. Mein Vater mit dem Millitär nach Dänemark.. meine Mutter hatte er im Truppenzug mitgeschmuggelt.Sie durfte aber nicht  nach Dänemark und musste in Flensburg bleiben.
Im Sommer kam sie in einer Gartenlaube unter.Im Winter dann in einer Waschküche.. wo das Wasser von Decke und Wänden tropfte..

Kurz bevor ich dann das Licht der Welt erblicken sollte wurden meine Eltern in ein Zimmer einer fremden Wohnung eingewiesen.Dort bin ich dann 6 Jahre lang aufwachsen.

Wir lebten sehr nachhaltig ;) mit geschenkten Möbeln.. ein großes dunkles Bett in dem wir alle schliefen,ein Vorhang teilte ihn vom Zimmer ab .. ein Feldbett für meinen Vater..er war an der Bahn untergekommen und hatte unregelmäßigen Dienst.. musste also auch mal bei Tag schlafen ..oder kam spät in der Nacht heim..

An einen "Kanonenofen" erinnere ich mich und einen runden einbeinigen Tisch.. der war aber wackelig und man musste die Tischplatte immer ausbalancieren..sonst hing sie schief..



dann bekamen wir Gartenmöbel geschenkt,(die waren natürlich aus Holz )und praktisch... denn man konnte sie zusammenklappen wenn man Platz brauchte..ein Schrank war wohl auch noch da und auf einer kleinen Kommode stand ein Elektrokocher.. erst mit einer später mit 2 Platten.

Mein Vater baute für meine Mutter eine Kochkiste..das war eine Holzkiste die war innen mit Decken ausgeschlagen.. es gingen 2 Töpfe hinein.Das Essen (Gemüse und Kartoffeln) wurde angekocht und dann in der Kiste fertig gegart.. Im Winter konnte auch noch auf dem Ofen gekocht werden.

Da wir sehr wenig Geld hatten verdiente sich meine Mutter als Hausschneiderin etwas dazu..
ich ging oft mit und saß dann neben der Nähmaschine und spielte mit Stoffresten oder Garnrollen. wenn Kinder dort waren natürlich lieber mit ihnen  ;)
selbstverständlich nähte meine Mutter auch ihre Kleidung und meine selber..

dann wurde mein Vater an den Rhein versetzt..er war erst ein Jahr alleine hier und kam nur auf Urlaub heim.. dann konnten wir nachziehen..in eine ganz neue Wohnung.
Es war unbeschreiblich..endlich Platz.. sogar ein Bad mit Wanne und Kohlenboiler und einer eigenen Toilette.
In der alten Wohnung war die nämlich eine halbe Treppe tiefer und für 2 Mietparteien...
Es war zwar kein Kinderzimmer dabei aber ich bekam mein eigenes Bett im Schlafzimmer meiner Eltern.Später schlief ich auf der Mansarde.. das trauten sich nicht mal die Jungs im Haus ;)

soo.. erst mal genug für heute.. Fortsetzung folgt ;)
 

Kommentare:

  1. Wenn ich das lese, habe ich den Eindruck, ich habe keine Ahnung vom Leben...
    Herzlichst
    yase

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  2. ;) ja.. viele können sich so ein Leben gar nicht vorstellen
    aber wir waren trotzdem glücklich und zufrieden.. vielleicht mehr als heute ..
    liebe Grüße

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  3. Da kann ich dir in so Manchem aus eigenem Erleben zustimmen, wir mussten viel improvisieren und hatten dennoch Freude am Leben. Später haben wir auch bei mir die meisten Regale selbst fest eingebaut und sie leisten seit über 30 Jahren gute Dienste. Langweilig wird das dennoch nicht, es sind so viele tolle Bücher darin, Erinnerungsstücke, und es wird immer mal ausgetauscht, geräumt, weggegeben, Neues kommt hinzu... Was mich am modernen Nachhaltigkeitsbegriff überzeugt hat, ist das Einbeziehen der globalen Perspektive, neben Wirtschaftsweisen und der Ökologie insbesondere der Gerechtigkeitsaspekt. Die "Billigpreise" von so Vielem sind so oft mit dem Leid von Menschen am anderen Erde der Welt finanziert... Liebe Grüße Ghislana PS: Kinder spielen übrigens auch heute noch viel lieber mit "echtem" Zeug..., wenn man sie lässt...

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  4. Da mein Vater sehr früh verstorben war (ich war ein halbes Jahr alt) lebte meine Mutter als "Witwe" auch eher in ärmlicheren Verhältnissen. Ich kann mich erinnern, als Kind mussten wir noch zur Toillette über den Hof, zum Plumpsklo, aber in einer Gartenlaube oder Waschküche haben wir nie leben müssen.
    Meine Großeltern hatten ihr ganzes Leben lang nur ein Schlafzimmer. Alle ihre Möbel hielten ein Leben lang!
    Das nenne ich nachhaltig! Ich mag dieses Wort nicht, denn Sinn dahinter aber sehr!
    Vielen Dank für deinen Beitrag, zeigt er doch wie zufrieden wir mit unserem heutigen Leben/Verhältnissen sein sollten?
    LG Heidi

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  5. danke euch ..
    ja.. ich denke fast jeder der älter ist hat wohl ähnliche Erinnerungen..
    mir macht es Spaß mal so in der Zusammenfassung drüber zu schreiben
    wens langweilt der muss es ja nicht lesen ;)

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  6. Ojeee, das tut mir leid. Meine Eltern hatten in ihrem Haus auch eine Einweisung. Ich weiß aus Erzählungen, dass sie davon nicht begeistert waren.
    Man wußte nicht, was das für Menschen waren, die hier kamen.
    Ich denke, gerade jetzt bei der Lage sollte man sich mal überlegen, was wir sagen würden, wenn wir eine Einweisung bekommen würden. Wir wären wohl auch wenig begeistert.
    Meine Großmutter hatte einen Bauernhof und dort kamen in den Kriegsjahren immer die Leute aus der Stadt und fragten nach Lebensmitteln, die ihnen meine Großmutter zu einem geringen Preis auch gab. Wohl dem, der einen Verwanden auf den Land hatte. Ohne meine Großmutter hätten wir in der Stadt nichts zu essen gehabt.

    Wenn ich so überlege, was wir heute alles wegwerfen, weil es sich nicht mehr lohnt zu reparieren, das ist schon schlimm.
    Ich bin da eher nicht so bescheiden aufgewachsen, bei uns war immer alles da, das hatte halt auch zur Folge, dass ich das Improvisieren erst lernen mußte.

    Aber meine Eltern haben auch sehr viel schlimmes erlebt.

    Lieben Gruß Eva

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  7. hallo Eva
    danke für deinen Komentar..
    ja.. es kamen zum Glück bessere Jahre nach...
    aber obwohl ich ja selber hier geboren bin hing mir immer das Flüchlingskind an..
    deswegen weiß ich wie es den Flüchtlingen heute ergeht die in einem fremden Land unerwünscht sind
    Liebe Grüße
    Rosi

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  8. Schön geschrieben. Für mich (Baujahr 1969) sind diese Erzählungen wie aus einer anderen Welt. Ich denke dann immer an die Geschichten meiner Großeltern.
    Liebe Grüße
    Kirsi

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  9. hallo Kirsi
    ja.. klingt heute schon fast so wie Märchen..
    und in all dem Wohlstand in dem wir leben kann es gar nicht schaden sich daran zu erinnern..
    es sind ja gerade mal 1-2 Generationen her
    liebe Grüße
    Rosi

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  10. Mein Leben war durch Armut geprägt.
    Ich konnte dadurch nicht das Gymnasium besuchen.
    Die Schulen kosteten damals Geld.
    Heute geht es mir finanziell gut.
    Ich vergesse jedoch nie meine frühere Armut.
    Sonnige Grüße
    Elisabeth

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  11. hallo Elisabeth
    ja.. auch meine Eltern mussten für mich Schulgeld bezahlen
    doch da ich in der Hauptschule drangsaliert (heute sagt man gemobbt ) wurde und ich in einer Klasse mit 4 Jahrgangsstufen nicht wirklich etwas lernte , beschlossen meine Eltern mich doch auf eine höhere Schule zu schicken.
    Ich bekam dann auch ein Stipendium und dann wurde es zum Glück abgeschafft
    liebe Grüße

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  12. Liebe Rosi,
    ich hätt' ja geglaubt, dass ich dir hier schon einen Kommentar hinterlassen hatte, aber offenbar war das nur Einbildung ;o)) Jedenfalls bin ich davon überzeugt, dass wir uns an das erinnern sollten, was unsere Eltern und Großeltern seinerzeit wußten. EIne Kochkiste - wie praktisch und energiesparend! Ich weiß nur, dass meine Mutter den Topf mit dem Reis in unser Bettzeug gewickelt hat, um den Reis fertig zu garen. Die Möbel meiner Eltern waren auch größtenteils selbstgebaut oder geschenkt oder billig gewesen ... und ja, ein eigenes Zimmer wäre mein Traum gewesen, aber ich schlief wie du im Schlafzimmer meiner Eltern. "Mein Zimmer" sah so aus: Ich stelle zwei Stühle mit etwas Abstand Lehne an Lehne gegenüber auf. Decke Drüber, druntergekrochen. In dieser Höhle konnte ich stundenlang spielen!
    Danke für deine Verlinkung!
    Schönen Abend noch und alles Liebe,
    Traude
    (⁀‵⁀,) ✿
    .`⋎´✿✿¸.•°
    ✿¸.
    PS: Dein Beitrag ist übrigens auch gut für Susi Zaunwickes Guckloch in die Vergangenheit geeignet. Schau mal: http://zaunblicke.blogspot.co.at/

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  13. danke dir
    ich glaube du hattest in einem anderen Beitrag geantwortet ;)
    ja.. mit Decken hab ich es mir auch unter dem Küchentisch schön gemacht ..
    zu zaunblicke hab ich auch schon verlinkt..
    liebe Grüße

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  14. Inzwischen ist Nachhaltigkeit als Thema wieder in Mode, verträgt sich aber nicht mit den Gesetzmäßigkeiten der Wegwerfgesellschaft.
    Meine Wertmabssstäbe wurden auch in der Kindheit geprägt (DDR).
    LG Ute

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