*
Allerheiligen.. Alleseelen.. Totensonntag..Volkstrauertag..
so viel Trauer in einen Monat gepackt..
wenn wir an trist und grau denken.. fällt uns dazu gleich der November ein..
dabei tun wir ihm eigentlich Unrecht..
ja.. es ist ein stiller Monat..der stillste im Jahresablauf ..nach dem Farbspecktakel des Oktobers
und vor den Weihnachts-märkten -feiern-einkäufen-schmückorgien-bastelaktionen
Es ist das Innehalten.. Besinnen.. zur Ruhe kommen..im Gedanken an unsere Verstorbenen auch das Nachdenken über unsere eigene Endlichkeit..
Und doch hat auch der November noch schöne Tage zu bieten..klarere Tage als im Sommer mit flirrender Luft..die Natur zeigt bald nur noch ihre Silhouetten..beschränkt auf das Wesentliche ..
Auch Nebel ist schön.. er hat etwas mystisches..macht alles weich.. lässt harte Konturen verschwimmen..hebt Gegensätze auf..
Und wenn man dann unterwegs ist.. etwa auf die Höhen..weil der Nebel im Tal liegt..
dann ist es traumhaft zu erleben wie die Wattedecke Löcher bekommt..wie sich blaue Fetzen hineinmogeln..und plötzlich erstahlt die Landschaft in hellstem Sonnenschein..
azzurblauer Himmel und herbstbunte Bäume..
ein Anblick der sich tief ins Herz eingräbt ..
Seltsam im Nebel zu wandern..
dieses Gedicht von Hermann Hesse ist allerdings etwas pessimistisch ausgelegt..
doch fällt mir immer die erste Zeile ein wenn ich Nebel sehe
*
Totengedenken.. auch das gehört dazu..
ich gehe gerne auf Friedhöfe ..und schau mir auch schon mal wenn es sich ergibt "fremde" an (ebenso wie Kirchen)
da war z.B. dieser in Norddeutschland wo die Frauen auf der einen und die Männer auf der anderen beerdigt wurden.. ;)
auch schöne Grabmäler beeindrucken mich .. die schau ich eher wie ein "Tourist" an..
anders ist es auf unserem Friedhof..
ich mag es wenn die Gräber wenigstens zu Allerheiligen schön geschmückt sind..und seh das nicht als Wettbewerb an.. das Jahr über.. besonders wenn es sehr warm ist habe ich auch nicht immer die Kraft alles sauber zu halten..aber zu den Gedenktagen geb ich dann doch mein Bestes..
und ich besuche die Bekannten und Unbekannten..
dort liegt die Schulfreundin meiner jüngsten Tochter..sie wurde keine 30 Jahre alt..
in gleicher Reihe das Grab eines Nachbarn und seines Sohnes.... mit dem Gedenkstein für die Tochter die mit etwas über 20 absichtlich gegen einen Baum fuhr..
mein früherer Versicherungsvertreter.. Jahrgang meiner verstorbenen Tochter.. der sich das Leben nahm weil er unsägliche Schmerzen hatte und niemand ihm helfen konnte..
jetzt gibt es bei uns auch die Möglichkeit sich an einem Baum bestatten zu lassen direkt auf dem Friedhof.. da seh ich die Namensplaktte eines früheren Freundes einer Tochter ..
vom eigenen Traktor erschlagen weil ihm einer in die Seite fuhr
so viele Geschichten und Schicksale..
so sage ich vielen alten Bekannten und Nachbarn leise hallo
und je älter man wird um so mehr werden es :(
mich bedrücken aber auch die vielen ungepflegten Gräber..manchmal sind Kindergräber dabei..
und ich lese Inschriften..Mann und Frau.. knapp hintereinander gestorben..es kommt oft vor ..
das beschäftigt mich ..
und ich bin froh dass mein Vater noch so fit ist obwohl meine Mutter nun auch schon vor 7 Jahren von uns gegangen ist..
es gibt auch Begegnungen und Erlebnisse die ich nicht so ganz einordnen kann
eine Feder die mir am Grab meiner Tochter vor die Füße fällt..obwohl weit und breit kein Vogel in der Luft ist ..
ein Sonnenstrahl der mir trotz dunkelstem Himmel dort genau ins Gesicht scheint weil sich ein Strahl durch die Wolkendecke zwängt und in einem Gebäude etwas weiter weg ein Fenster trifft..
und dann steht plötzlich ein Mann hinter mir ..er spricht mich an..gehen sie heim und weinen sie nicht hier um ihre Tochter.. sie ist nicht hier.. denken sie zu hause an sie..
ich habe ihn nicht gekannt und auch nie wieder gesehen ..
Er erzählte mir noch dass er auch 2 Töchter verloren hat..dann ging er..
aber auch Lustiges gibt es.. z.B. den Mann mit dem Papagei..der saß ganz frei auf seiner Schulter und schmetterte Arien ;)
**
*
ältere Beiträge von mir
verlinkt zu