.. ein Winter wie er früher einmal war..
in Anlehnung an einen bekannten Schlager ..
(ein Bild aus einem Album von meinem Vater .. dürfte so ca 1940 gewesen sein ..
man beachte kurze Hosen und Kniestrümpfe )
***
die Tage habe ich bei " all mien " den Satz gelesen
" und manchmal frage ich mich wirklich ,ob ich mir das nur einrede oder ob wir als Gesellschaft tatsächlich verlernt haben,mit irgendwas klarzukommen,das nicht Zimmertemperatur und WLANN hat."
😁
aber wie war es denn jetzt früher..
unbestritten.. es gab mehr Schnee .. viel mehr Schnee
und nicht nur 2 Tage sondern oft 2 Wochen oder länger
bei Schnee (aber auch sonst) waren wir bis zum Dunkelwerden draußen und fuhren Schlitten
da wurde auch nicht gleich jede Straße gestreut
wir hatten eine schöne Rodelstrecke .. den Weg in den Wald .. damals noch nicht asphaltiert
da blieb der Schnee gut liegen
die Großen fuhren von ganz oben (Todesbahn genannt)
meist mit einem selbstgebauten Bob .. da mussten alle aus der Bahn wenn sie angebraust kamen
oder mit Rodelketten.. bäuchlings .. mit den Füßen ineinander gehakt und auf dem Rücken noch einen jüngeren Beifahrer 😏
es war nicht ganz ungefährlich
und es gab auch einmal einen schwereren Unfall als einer an der Seite den Abhang hinunter stürzte
wir besaßen auch keine schicken Winterklamotten ..
sondern die Wollstrümpfe (zum anknöpfen ) .. darüber .. wenn man hatte eine Trainingshose
in den Lederstiefeln (die man gut eingefettete) noch ein Paar Wollsocken in die die Hosen gesteckt wurden damit der Schnee nicht den Weg darunter fand
Pullover und Anorak .. Wollhandschuhe die aber schnell mit Schnee verkrustet und nass waren
eine warme Mütze noch dazu..
fertig 😏
rauf und runter.. was für ein Heidenspaß
ich hatte einen größeren Schlitten weil meine Eltern auch gerne fuhren
(abends im Mondschein oder mit Taschenlampen zusammen mit den Nachbarn )
da fragten die Kleinen schon mal ob sie mitfahren durften..
natürlich durften sie .. 3 gingen mindestens drauf
abends ging es müde .. durchgefroren und hungrig nach Hause
dort wurden die Schuhe mit Zeitungspapier ausgestopft neben den Herd gestellt
(man brauchte sie ja morgens für die Schule)
die kalten Füße streckte man in die Backröhre ..es gab Bratäpfel und Kakao oder auf dem Ofen geröstetes Brot
und es fielen einem die Augen schon zu 😌
zum Thema Eltern die Schlitten fahren gab es eine Episode :
Silvester feierten die befreundeten Eltern gerne zusammen und wir Kinder schliefen dann alle zusammen bei einem Elternpaar .. eine Fam. hatte z.B. ein großes Kinderzimmer ..sie hatten selber 3 Töchter und wir schliefen dann alle dort zu zweit oder dritt in einem Bett😉
das war schon irgendwie ein Abenteuer
jedenfalls kamen die Erwachsenen auf die glorreiche Idee in der Nacht Schlitten fahren zu gehen..
vielleich war sie bis zum Hl.Kreuz (Waldgasstätte) oder hatten sich was zu trinken mit genommen
es muss jedenfalls feucht fröhlich zugegangen sein
am nächsten Tag wunderte ich mich warum bei meinem Schlitten vorne der metallene Steg fehlte an dem das Seil befestigt war
Fragen wurden ausweichend beantwortet und ein neues Seil an den Holmen befestigt
Tage später fand ich das Teil am Rand der Straße ..
sie waren wohl etwas abgekommen und gegen einen Pfosten der Begrenzung gefahren
nur gut dass sie das wohl aufgehalten hat denn da ging es eine Kiesrutsche für das Steinewerk hinunter 🙈
Schulfrei gab es nicht.. man konnte ja alle Schulen zu Fuß besuchen..
als ich dann in Bingen auf dem Lyzeum war fuhr ich manchmal mit der Bahn.. eine Station
als "Auswärtige" durften wir eine Hose anziehen .. unter der Bank wartete aber der Rock und die Hose mußte seinen Platz einnehmen 😊
auch einkaufen war unproblematisch ..alle Geschäfte waren im Ort und gut zu erreichen
selbst wenn der Schnee hoch lag ..
zur Arbeit ging man zu Fuß oder fuhr mit der Bahn
denn die wenigsten hatten ein Auto
und die Dampfloks hatten keine Probleme .. wenn es sein musste kam ein Schneepflug vorne dran
an den Weichen brannten Feuer damit sie nicht einfroren
ja.. es war so kalt dass der Rhein zufror und man zu Fuß nach Rüdesheim laufen konnte
oben bei meinem älteren Beitrag (Link anklicken) könnt ihr ein Bild davon sehen
an den Fenster blühten dicke Eisblumen und man hängte Decken halb hoch davor
denn Isolierglas gab es noch nicht
aus den Schonsteinen stieg der Rauch und nach wenigen Tagen wurde der Schnee vor dem Haus schwarz vom Ruß der Kohlefeuerung und auch von den Dampfloks

mit den Kindern unterwegs
das untere Bild ist von 1981 an der Lauschhütte im Binger Wald
LKWs und Autos die damals unbedingt fahren mussten hatten Schneeketten montiert
als ich dann meinen Mann kennenernte fuhr er schon ein Auto (1962)
im Winter montierte er Reifen mit Spikes .. das machte allerdings die Straßen kaputt
so waren unsere Winter früher
* * *
und dann ist wieder Blümchentag 😀
der Ritterstern ist jetzt endgültig Geschichte
ein abgebrochenes Zweiglein der Forsythie blühtdie Mandelblüten machen langsamdafür sind weiße Nelken mit Schleierkraut eingezogen 



kleine Stängel waren abgebrochen
die Vase war ein Straßenfund
verlinkt zu
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...we are having an old fashion winter with snow and cold temperatures.
AntwortenLöschenDiese Schilderung könnte glatt von mir sein, verbrachte ich doch die ersten 9 Winter meines Lebens in Badisch Sibirien. Als wir dann aber am 2. Januar 1961 mit dem Zug nach Bonn fuhren, um nun dort für immer zu wohnen, gab es keinen Schnee. Aber den Mäuseturm in Bingen und den Mittelrhein überhaupt. Große Liebe bis heute, da war ich mal wieder am Rhein und habe das Siebengebirge angeschmachtet.
AntwortenLöschenVor allem die Kleidung, die du beschreibst, kenne ich genau so. In meiner Nonnenschule durften wir Hosen nur mit einem Rock drüber tragen. Das war noch bis weit in die Sechziger Jahre so. Ach ja! Nur nicht sentimental werden 🤣🤣🤣
Gute Nacht!
Astrid
Liebe Rosi,
AntwortenLöschenhach, das waren schöne Winter! Wir sind auch gerodelt, aber viel lieber noch Schlittschuh gefahren auf dem wochenlang zugefrorenen Mühlteich.
Danke für Deine schöne Erinnerungsreise!
LG
Elke